dass mérida mich begeistert hat, ist vermutlich schon durchgeklungen, ein grund dafuer war der markt auf dem ich mit luis einkaufen war. in langen reihen alles an obst und gemuese, was man sich vorstellen kann… oder auch nicht. was man, im konkreten fall ich, noch nie gesehen hat, zum beispiel eine frucht, deren namen ich in der zwischenzeit natuerlich leider vergessen habe. sie sah aus wie eine kartoffel, in hellgruen mit vielen augen. oder fuenf verschiedene sorten von bananen, dreimal unterschiedliche parchitas (maracuja) riesengrosse wassermelonen, in gelb und rot, und diverse mangos beziehungsweise mangas. nur die kleinen heissen mangos, der rest nennt sich manga. selbstverstaendlich schmecken sich auch unterschiedlich: die kleinen, so wie ich mango kenne/kannte. die orangefarbene nach blumen und die roten nach ananas… meine idealemanga, waere folgende: die konsistenz des fruchtfleisches (ohne diese faeden, die zwischen den zaehnen haengen bleiben) der nach blume schmeckenden mit dem geschmack nach ananas und dem preis der kleinsten. die gabs fuer 4bsf das kilo. nach den obst und gemuese staenden folgen fisch, fleisch und gefluegel. letzteres groesstenteils lebend. zwischendrin staende mit saecken voll mit granos: kichererbsen, bohnen, samen, haferflocken, kleie, … tolles muesli, frischgemahlener kaffee, dessen duft mich sofort zum kauf verfuehrt hat. eine frau steht zwischen ihren regalen, voll mit kraeutern, frisch und getrockne, in stoecken oder buendeln. sie ordnet, packt aus, bindet bueschel. es riecht nach wald, wiese und kraeutertee. ich muss so einen ort in caracas finden!!!

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sonntag vormittag brechen wir nach valera auf, dort findet das “campamento misión” statt, nadine ist organisationstechnisch verantwortlich und ich bin maedchen fuer alles, wie sich dann herausstellen wird. wir sind mit oeffentlichen verkehrsmitteln unterwegs und muessen neben unseren grossen ruecksaecken noch einen grossen haufen material transportieren. der bus ist zwar alles andere als bequem, der sitz ist ganz weit nach hinten gestellt und diese position laesst sich leider nicht veraendern… aber es gab schon ungemuetlicherer busfahrten. was wirklich umwerfend ist: der blick aus dem fenster. die fahrt geht ueber den páramo, sprich die andenauslaeufer, von mérida mit 1600m hoch auf 4007m, ueber den paso del cóndor, den hoechsten strassenpass venezuelas, unterhalb des pico el águila (4118m). anschliessend schlaengelt sich die strasse die berge wieder nach unten. eigentlich haengen dort immer so viele wolken ueber und zwischen den bergspitzen, dass man ausser weiss und grau nicht viel zu sehen bekommt. doch wir hatten unverdientes glueck, sprich diese umwerfende sicht bei der hinfahrt und dann sogar nochmal auf dem weg zureck. ein wunder, so hat es luis bezeichnet. dessen familie aus einem dorf zwischen mérida und valera kommt. 

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páramo//zwischen mérida und valera

campamento misión ist eine der grossen huellas veranstaltungen. das venezuela von huellas ist in vier zonen aufgeteilt, dort gibts jeweils ein “regionalbuero”. jede der regionen richtet ihr eigenes campamento aus. in der zone los andes/alto apure gibts zwei campamentos. zielgruppe sind die huellistas azules 1, die sind ungefaehr 15 (huellas ist in altersetappen aufgeteilt, vergleichbar mit den stufen der pfadfinder, die etappen sind farben (azul: blau) zugeordnet und orientieren sich am schulsystem). die idee des campamento misión ist, die karwoche (semana santa) gemeinsam zu verbringen und zusammen die osterliturgie zu gestalten. darueber hinaus gibt es einen engen kontakt zu den umliegenden sectoren, barrios, sprich armen vierteln. die jugendlichen sind in kleingruppen jeweils fuer einen sector zustaendig, besuchen die menschen dort in ihren haeusern, manchmal eher huetten, sprechen ueber gott und die welt, hoeren zu, erzaehlen von huellas, warum sie hier sind, warum sie ihre ferienwoche so verbringen (wollen) und laden die menschen ein, an unserer kar- und osterliturgie teilzunehmen… 

 

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was steckt hinter “misión”? ganz ehrlich, bevor es losging und ich mittendrin war, hatte ich ein etwas ungemuetliches gefuehl. missionieren. ich als missionarin… ich bin als freiwillige hier, mit einem christlichen hintergrund, ok. ich arbeite bei einer christlichen jugendbewegung, ok. aber wie soll das mit dem misionieren funktionieren? … ich kann mir nicht helfen, fuer mich hat das wort einen negativen beigeschmack und ist mit dem bild besserwisserischer europaeer verbunden, die der indigenen bevoelkerung den weg zum richtigen gott/goettin zeigen. auch ein schwarz-weiss bild, ohne grautoene. sorry. in den vorbereitungswochenden auf die zeit hier erinnere ich mich an eine heftige diskussion ueber den begriff mission/misionieren. arrangiert habe ich mich mit der ansicht, mich mit meinem freiwilligendienst fuer arme, fuer gerechtigkeit, fuer bildung, gesundheit und all das einzusetzen, was fuer ein leben in reichtum/im westen/in deutschland als selbstverstaendlich angsehen wird. auf keinen fall wollte/will ich irgendjemanden ueberzeugen was der richtige oder falsche glaube ist. gott sei dank, verlangt das auch niemand von mir. 

wir haben menschen in ihrem zuhause besucht und ihnen unsere zeit und aufmerksamkeit geschenkt. wir waren in wellblechhaeusern, die manchmal nur einen fussboden aus festgetretener erde hatten, aus zwei raeumen und einer kochnische bestanden – oder weniger oder die kochgelegenheit draussen – die waende roh und unverputzt, vorhaenge um raeume abzutrennen, die waende leer und kahl, nur drei stuehle, einer fuer den kranken grossvater, die beiden verbliebenen fuer uns, die gaeste. die tochter, die gastgeberin blieb stehen, der rest unserer kleinen gruppe sucht sich einen platz am fussboden. 

einen nachmittag lang sind wir nur fuer die kinder da… malen gesichter an, spielen, singen und tanzen. zuerst sind es nur wenige und ein bisschen skeptisch, die kleineren begleitet von ihren mamas… im laufe des nachmittags werden es mehr. kaputte schuhe, zu grosse, zu kleine, zerschliessene kleidung, viele narben… spass am spielen, lachen, beigeisterung, neugier, offenheit, auch viel schuechternheit, unsicherheit, fragen…

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valera//sector_valle alto//viacrucis_kreuzweg

kreuzweg am karfreitag: nicht nur 14 stationen ablaufen und rosenkranz beten. der kreuzweg wird nachgestellt. am vormittag gab es einen kreuzweg der gemeinde. die letzte station, bzw. golgatha, war auf dem baseballfeld der schule, in der unser campamento stattfindet. es gab pilatus, simon von cirene, maria magdalena, viele soldaten, … und auch drei kreuze, am mittleren jesus. “unser kreuzweg” findet im sector valle alto statt. gemeinsam mit einer anderen kleingruppe. jesus, johannes und maria werden von kindern aus der gemeinde dargestellt. eine gruppe von schaetzungsweise 20/25 personen, opas mit enkeln, junge familien, mamas mit babys und kindern, nehmen teil.

 

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valera//sector_valle alto

 

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ocumare

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Eine Antwort zu „mérida//semana santa//ocumare“


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