Februar 10, 2010

unsere komplette “wg”, international (venezolanisch, spanisch, deutsch), interreligioes (katholisch, juedisch) und gerade bunt altersgemischt (denn die familie, dh. mama, papa, oma und neffe, meines mitbewohners sind da) ist augenblicklich die vorbereitungen fuer die feier seines studienabschlusses integriert. naja, neffe und opa sitzen auf der treppe und spielen – und ich habe noch bis ich diesen post beende eine beobachterinnen-position. aber das lauchzwiebeln schneiden wartet schon auf mich. und nach einem schluck miche geht es noch viel flotter, hihi.

noche de poesía

Februar 7, 2010

hay menos tiempo que lugar / no obstante

hay lugares que duran un minuto

y para cierto tiempo no hay lugar.

mario benedetti

.

weniger zeit als raum / und dennoch

existieren manche räume nur eine minute

und für bestimmte zeiten findet sich kein ort.

ü: timo berger

.

less time than place, less place than thought of place.

and, if of substance, a likeness of the earth,

that by resemblance twanged him through and through.

ü: wallace stevens

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auf der dachterrasse. mit kissen und kerzen und dem licht, dass aus fenstern und tueren scheint, sitzen wir unter dem idyll der wohnbloecke von 23. enero. in mitten von ranchos und quintas. lesen auf deutsch und auf spanisch gedichte, lesen und lesen, und erklaeren unsere sicht – oder auch nicht. weil zu abstrakt, surreal, unverstaendlich. lesen gut oder schlecht. oder singen. hoeren die worte, angereichert mit gefuehlen, die unsere stimme ihnen mitgibt und sehen bilder entstehen von frauen und maennern, von kinder und blinden, von fenstern und baeumen, strassen und staedten – begleitet von den geraeuschen der nicht einschlafen wollenden stadt, die uns zusammengebracht hat.


November 1, 2009

callejon_1097

hat man diesen blick, ist man schon fast zuhause, fehlt noch eine minute zum ankommen. eine grosse lange treppe nach unten muss genommen werden. ganz schmal, beengt, manchmal beaengstigend. die stufen alle unterschiedlich, manchmal so hoch, dass man sich an einem tuer oder fenstergitter abstuetzen muss. man guckt in wohnzimmer, kuechenfenster, abstellkammern. manchmal kuckt jemand zurueck. bei regen kanns ganz schoen rutschig werden. ich bin auf dem heimweg – steige die treppen nach unten, vor mir ein maedchen. uns kommt ein junge entgegen, er ist sichtlich angestrengt, schnauft und ruht sich auf jeder zweiten stufe drei tiefe atemzuege aus. die beiden kennen sich, gruessen sich, sie nennt ihn gordito (dickerchen) und bemerkt, aber keineswegs unfreundlich oder gehaessig, dass er wohl einfach ein bisschen dick ist.

 

 

 

 

 

 

el fruta

Juni 17, 2009

auch wenn das folgende video alle nicht-spanisch-sprechenden leserInnen ausschliesst, jedenfalls was das hoer-verstehen angeht, ist es sehenswert. es ist das werk meiner mitbewohnerin und ihres kommilitonen und im rahmen einer anthrohologie-hausaufgabe entstanden.

“el fruta” wohnt in unserer strasse, beziehungsweise auf dem dach eines leerstehenden hauses unten an der strassenecke. geplant war eigentlich auch ihn zu interviewen, aber das war ihm dann doch nicht so ganz geheuer. aus diesem grund ist nur federico, unser ex-mitbewohner, zu hoeren – wenns mir mal langweilig ist, werd ich den text transkribieren, uebersetzen und posten. … wenns mir mal langweilig ist. bis es soweit ist, in zwei kurzen saetzen: federico beschreibt, was er von fruta weiss, von unterhaltungen und begebenheiten und beantwortet die frage, ob malandro/raeuber/tunichtgut/taugenichts oder waechter von los flores (unser viertel), damit, dass er fruta  als “schutzengel” sieht, der mit wachen augen vom dach aus acht gibt. dieses wissen hat ihm ein gutes gefuehl gegeben – und das gibt es mir auch.

Juni 1, 2009

 

graffiti_7485
ccs/catia_graffiti und schlafplatz

graffiti2_7483graffiti3_7488

mairegen

Mai 6, 2009

im mai ist regenzeit. und wie das aussieht?
bitteschoen:

sound, drehbuch, regie und produktion dieser minidokumentation: carmen m., meine mitbewohnerin. 
zu sehen: unser wohnzimmer, die strasse vor unserem haus, der sturzbach. das war am dienstagnachmittag… und hat wegen abrutschender berghaenge auch menschenleben gefordert.

 … man kann in caracas noch mehr naturgewalt erleben. uebrigens. sonntagnacht gabs ein erdbeben… 5.3 auf der richterskala. das zweite – das erste war am ostersonntag. vor lauter schweinegrippe ist das, vermute ich, nicht bis nach deutschland durchgedrungen. offiziell gabs keine schaeden. nur schrecken. jedenfalls fuer diejenigen, die davon aufgewacht sind, beispielsweise carmen und ich, unsere mitbewohner haben’s verschlafen. verrueckterweise haben wir uns samstag mit freunden darueber unterhalten, … wie sich das anfuehlt. sonst haette ich wahrscheinlich nicht gewusst, was gerade los ist; ob ich traeume, warum mein bett wackelt, der schrank auch… es klappert und scheppert… danach aufgeregte stimmen von draussen… mein fazit: muss man nicht erlebt haben.

April 24, 2009

freitag spaetnachmittag, nach der arbeit muede zu hause angekommen… kein wasser. nicht am spuelbecken, nicht in der dusche, toilette, kein trinkwasser aus dem filter. nur am dach laeufts. ich verstehs nicht. morgen wirds – wie durch ein wunder – wieder funktionieren. hoffe ich!

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