
cdlm/la vega//ccs
donnerstag. mein letzter tag im cdlm. das letzte mal mit den kids. ohne mir gedanken gemacht zu haben, was mich erwarten koennte komme ich an. ueberall plakate – aber keine kinder. als ich die tuer zu bibliothek oeffne fallen sie mir schreiend um den hals, klammern sich an arme und beine, alle landen wir lachend auf dem boden. es gibt knabbereien, sandwiches, wir spielen und hoeren laut musik. meine kollegen haben ein kleines video aus fotos gebastelt und omaira, mit der ich die ganze zeit ueber zusammengearbeitet habe, haelt eine kleine rede und auch ich muss was sagen – und bin eigentlich voellig ueberfordert und ueberwaeltigt, von all dem was ich hoere, sehe, der naehe der kinder oder ihrer scheuen distanziertheit, weil sie nicht wissen, wie mit der situation umgehen… ich ja auch nicht.
vuelve pronto. ven rapido//komm schnell wieder zurueck, sagen die plakate. am nachmittag ist es intensiver, denn dann kommen weniger kinder, die aelteren. zuerst ist es wie der allererste tag. keiner spricht, sie sind wie gelaehmt. es dauert eine weile, bis wir zum ueblichen umgang zureuckfinden – aber eingehuellt in abschiedsdunst, zaghafttraurigtrueb.
auf dem weg zurueck, zuerst vom barrio zur uni, durch die uni zur metro und von da bis zu meiner heimatlichen metrostation, verabscheide ich mich innerlich von menschen, gebaeuden, schildern, situationen. sehe mit alles nochmal genau an. ein letztes mal durch die ein/ausgangskontrolle der uni, ein letztes danke an die wachmaenner, die mir jedesmal die tuer geoffnet haben und wie immer rufe ich ihnen hasta luego zu.
aplastada//zerquetscht. angestrengt, muede
März 24, 2009
heute morgen: ich gehe 10min frueher los, und komme zur gleichen zeit an wie immer. weil ewig keine camioneta kam und es auf den strassen graesslich viele stauschlangen gab.
heute mittag: wir warten im barrio auf den jeep zurueck zur uni. er sollte um 12h da sein… und kommt um dreiviertel eins.
um dreiviertel zwei wollen wir wieder los, wieder hoch ins barrio. aber der fahrer kommt nicht. wir sitzen im buero und vertreiben uns die wartezeit damit, laminierte autos auszuschneiden, fuer die tafel an der die jeepfahrten eingetragen werden sollen. wie ironisch. um halb drei ist noch immer kein jeep in sicht. wir beschliessen mit dem bus zu fahren. steigen in die erste camioneta ein, bis zum “eingang” ins barrio und dort in die naechste. um halb vier gehts wieder zurueck, eine kollegin hat uns einen fahrer organisiert. nach 25min warten laufen wir los, den weg durch la vega, den sonst der jeep nimmt, um dann unten an der grossen strasse wieder eine camioneta bis zur uni zu erwischen. bisher hab ich den grossteil der strassen nur von jeepfenster ausgesehen. nun laufen wir an bodegas, kleinen geschaeften, friseur- und schoenheitssalons vorbei. der gehsteig, wenn vorhanden ist schmal. die autos und motos schiessen auf der strasse vorbei. oder stehen im stau. es ist mir schon oft aufgefallen, aber heute sehe ich es nicht nur, sondern nehme es auch wahr, ein paar synapsen schliessen sich kurz … es gibt ganz viele “telefontischchen” anstatt telefonhaeuschen. ein tisch. ein stuhl mit dem/der betreiberin. auf dem tisch eine schachtel mit handys und glaeser mit suessigkeiten, schokolade, kaugummis. im besten fall ist ein sonnenschirm darueber aufgespannt. in den barrios gibts ganz viele davon. aber auch an anderen hochfrequentierten orten dieser stadt findet man sie. fuer alle, die kein telefon, kein handy oder nicht das richtige netz haben. nicht alle eltern der kinder im cdlm sind per telefon zu erreichen, aber auch nicht immer kommen die informationszettel, die wir den kindern mitgeben, bei den eltern an. wenn es um kostenlose konsultationen bei kinder- oder zahnarzt geht, um wieviel uhr, wo…. und wie dann alle erreichen, wenn die aerztin krank ist, wie in der letzten woche.
