eine woche weit weg von alltag und dem alltaeglichen zivilisationsdurcheinander. eine knappe woche in der universidad indígena de venezuela (uiv), dh. mit dem nachtbus von ccs nach ciudad bolívar, von da drei stunden bis caño tauca und zum schluss nach eine halbe stunde zu fuss. dann ist man angekommen. in der savanne, durch das gelaende schlaengelt sich der fluss tauca. da wo fluss ist, ist (regen)wald. sonst kleine baeume, grass, buesche – eher unfruchtbares land. der fluss ist die lebensader, sein wasser dient zum trinken, kochen, baden, waesche waschen, fuellt die fischteiche, bewaessert die pflanzanlage und traenkt die bueffel…

die uiv ist nur fuer indígenas, von den etwa 40 verschiedenen ethnien, die es in venezuela gibt, finden sich dort acht. es sind etwa 80 studentInnen, fuenf davon jungen frauen. man muss mindestens 18 sein, um von den alten und weisen seiner komunitaet geschickt und von der uiv aufgenommen zu werden…

die vorstellung, die sich einstellt, wenn man universitaet liest muss ich ein wenig zurechtruecken. denn diese uni passt nicht ins schema. weder sieht es dort aus, wie auf einem uni-gelaende, egal ob in caracas oder berlin, noch stimmen die unterrichtsfaecher ueberein. die uiv will die kulturen der idigenen voelker bewahren, den wert dieser kulturen, das wissen der alten und weisen, die den voelkern eigene art von erziehung und bildung an die studentInnen weitergeben, sodass dieses wissen nicht verloren geht. was in geschichten und riten muendlich oder durch erleben an die juengeren uebergeht, sollen die studentInnen in ihren “hausarbeiten” in worten festhalten. sie entwerfen unterrichtsmarterial, zweisprachig, in spanisch und jeweils den verschiedenen idigenen sprachen. sie lernen wie man ein conuco nachhaltig anlegt, damit nicht erschoepfend die naehrstoffe verbraucht werden und der bodens nach wenigen jahren ausgelaugt ist. es gibt eine fischzucht, bienenstoecke, ueberall huehner, enten, es wird moriche (eine palmenart) angebaut, platano, yuca, bananen, mango, nutzholz, usw…

die unterrichtenden sind freiwillige, indígenas, venezolanerInnen, auslaenderInnen, praktikerInnen oder theoretikerInnen. niemand der in der uiv arbeitet bezieht lohn. die unterstuetzung, die die uiv ueber stiftungen oder spenden bezieht geht in aufbau, erweiterung und instandhaltung der gebaeude, in unterrichtsmaterial, in lebensmittel.

es gibt keinerlei luxus. jedeR besitzt nur das noetigste. eine einzige toilette mit keramikschuessel ist vorhanden, spuelung per wassereimer, sie befindet sich dort, wo die gast-dozenten untergebracht sind. die mahlzeiten sind nicht sehr abwechslungsreich, reis, pasta, mit linsen oder bohnen, dazu casabe (brot aus yuca), arepa mit kaese oder margarine zum fruehstueck oder dicke pfannkuchen. nicht jeden tag gibts fleisch oder huehnchen. manchmal selbstgefangene fische aus dem fluss.

ich bin noch immer ziemlich beeindruckt von dieser woche. denn neben all oben erwaehnten umstaenden haben mich vor allem die menschen tief beeindruckt. mit ihrem wissen, ihren ansichten, ihrem stolz und willen fuer die anerkennung ihrer voelker einzustehen. einzufordern was in der verfassung festgelegt aber in der realitat nicht vorhanden ist, naemlich die gleichberechtigung der indígenas, ihrer kultur, lebensweise, bildung.

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eine kleine doku in drei teilen, die euch und dem rest der welt die uiv ein bisschen naeher bringt… auf spanisch, aber auch wenn der eine und die andere nicht viel versteht, sprechen doch die bilder fuer sich und geben einen guten einblick.

teil 1

teil 2

teil 3

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